Kursinhalt
Modul 1: Warum Hygiene? Die Infektionskette verstehen
Grundlagen: nosokomiale Infektionen, die sechs Glieder der Infektionskette, Übertragungswege und der Grundsatz der Standardhygiene.
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Modul 2: Händehygiene im Mittelpunkt
Die fünf Momente der Händehygiene nach WHO und die Entscheidung zwischen Waschen und Desinfizieren.
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Modul 3: Richtig desinfizieren – Technik und Details
Einreibetechnik und Schwachstellen, Einwirkzeit und Menge, Handschuhe sowie Nägel, Schmuck und Hautschutz.
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Modul 4: Rahmen, Verantwortung und Transfer
Hygieneplan und § 23 IfSG, Compliance im Alltag und die Transferaufgabe für die eigene Schicht.
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Abschluss und Nachschlagen
Glossar, Quellenverzeichnis und der Abschlusstest über alle Module.
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Hygiene mit Schwerpunkt Händehygiene

Alle Fachbegriffe dieses Kurses in alphabetischer Reihenfolge.

Aerogene Übertragung
Übertragung über sehr feine Schwebeteilchen, die länger in der Luft
bleiben und weiter getragen werden. Beispiele: Tuberkulose, Masern, Windpocken.
Aseptische Tätigkeit
Tätigkeit, bei der Keime in normalerweise keimfreie Körperbereiche gelangen
könnten. Dazu zählen Verbandwechsel, Umgang mit Kathetern und Zugängen,
Absaugen und das Richten von Injektionen. Auslöser für Moment 2.
Basishygiene
Andere Bezeichnung für Standardhygiene.
Clostridioides difficile
Sporenbildendes Darmbakterium, häufiger Erreger antibiotikaassoziierter
Durchfälle. Die Sporen werden von Alkohol nicht erfasst; erforderlich ist erst das
Waschen, dann die Desinfektion.
Eintrittspforte
Fünftes Glied der Infektionskette: die Stelle, an der ein Erreger in den
Körper gelangt, etwa Wunde, Katheter, Schleimhaut oder rissige Haut.
Empfänglicher Wirt
Sechstes Glied der Infektionskette: ein Mensch, dessen Abwehrlage geschwächt ist,
etwa durch Krankheit, hohes Alter, Mangelernährung oder Medikamente.
Erreger
Erstes Glied der Infektionskette: Bakterien, Viren oder Pilze, die eine Infektion
auslösen können.
Feuchtarbeit
Arbeitsschutzbegriff der TRGS 401. Erfasst unter anderem regelmäßigen
Flüssigkeitskontakt von mehr als zwei Stunden pro Arbeitstag, mindestens 15-maliges
Händewaschen pro Arbeitstag oder häufiges Tragen flüssigkeitsdichter
Handschuhe. Auslöser für Hautschutzplan und arbeitsmedizinische Vorsorge.
HAI (healthcare-associated infection)
Internationale Bezeichnung für versorgungsassoziierte Infektionen. Weiter gefasst
als der ältere Begriff „nosokomial“, weil ausdrücklich auch
Pflegeheim, Dialyse und ambulante Versorgung eingeschlossen sind.
HAND-KISS
Modul des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems (KISS), das den Verbrauch an
Händedesinfektionsmittel erfasst, angegeben in Millilitern pro Patiententag.
Hautschutzplan
Vom Arbeitgeber zu erstellende Übersicht darüber, welche Hautschutz-,
Reinigungs- und Pflegemittel vor, während und nach der Arbeit zu verwenden sind.
Ergibt sich aus der TRGS 401.
Hygieneplan
Verbindliche hausinterne Festlegung aller Hygienemaßnahmen: Präparate,
Einwirkzeiten, Indikationen, Schutzausrüstung, Zuständigkeiten. Rechtsgrundlage
ist § 23 IfSG.
Infektionskette
Modell aus sechs Gliedern, die ineinandergreifen müssen, damit eine Infektion
entsteht. Fällt ein Glied weg, findet keine Übertragung statt.
Infektionsquelle
Zweites Glied der Infektionskette: der Ort, an dem der Erreger sitzt, etwa ein Mensch,
eine Fläche oder ein Instrument.
Kontaktübertragung
Übertragung durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch oder indirekt über
Hände, Flächen und Gegenstände. In der Pflege der mit Abstand
häufigste Weg.
KRINKO
Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert
Koch-Institut. Ihre Empfehlungen bilden den fachlichen Maßstab, der nach
§ 23 IfSG zu berücksichtigen ist.
Nagelfalz
Der schmale Spalt zwischen Nagel und umgebender Haut. Feucht, geschlossen und schwer
zugänglich, deshalb ein Keimreservoir und eine der vier klassischen Schwachstellen.
Norovirus
Häufiger Erreger von Magen-Darm-Infektionen. Unbehülltes Virus, gegen das
viele Standard-Desinfektionsmittel nicht ausreichend wirken. Erforderlich sind Waschen und
ein als viruzid ausgewiesenes Präparat.
Nosokomiale Infektion
Infektion, die im Zusammenhang mit der medizinischen oder pflegerischen Versorgung
entsteht und bei der Aufnahme weder vorhanden noch in der Anbahnung war.
Okklusion
Luftdichter Abschluss der Haut, etwa unter Handschuhen. Schweiß kann nicht
verdunsten, die Hornschicht quillt auf, die Barrierefunktion leidet und die Keimzahl
steigt.
Punktprävalenzerhebung (PPS)
Erhebung, bei der an einem einzigen Stichtag gezählt wird, wie viele Patienten
gerade eine Infektion haben. Liefert einen Momentwert, keine Jahresfallzahl.
Spore
Widerstandsfähige Dauerform mancher Bakterien. Stoffwechselinaktiv und
wasserarm, dadurch für Alkohol praktisch unangreifbar. Entfernung nur mechanisch
durch Waschen.
Standardhygiene
Grundmaßnahmen, die bei allen Menschen gelten, immer und unabhängig von der
Diagnose. Umfasst Händehygiene, Schutzausrüstung, Flächendesinfektion,
sichere Entsorgung und Aufbereitung.
Surrogatparameter
Hilfsmaß, das eine schwer messbare Größe annäherungsweise
abbildet. Beispiel: der Verbrauch an Händedesinfektionsmittel als indirektes Maß
für Händehygiene.
Tröpfchenübertragung
Übertragung durch größere Tröpfchen beim Husten, Niesen oder
Sprechen. Diese sinken nach kurzer Strecke zu Boden.
TRBA 250
Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen. Regelt unter
anderem Schutzhandschuhe, deren Wechsel und die Schmuckfreiheit an Händen und
Unterarmen.
TRGS 401
Technische Regel für Gefahrstoffe zur Gefährdung durch Hautkontakt. Definiert
Feuchtarbeit und fordert Gefährdungsbeurteilung, Hautschutzplan und Unterweisung.
Übertragungsweg
Viertes Glied der Infektionskette: der Weg, auf dem der Erreger von A nach B gelangt.
In der Pflege fast immer die Hände. Das schwächste Glied und damit der
größte Hebel der Händehygiene.
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