Alle Fachbegriffe dieses Kurses in alphabetischer Reihenfolge.
- Aerogene Übertragung
- Übertragung über sehr feine Schwebeteilchen, die länger in der Luft
bleiben und weiter getragen werden. Beispiele: Tuberkulose, Masern, Windpocken. - Aseptische Tätigkeit
- Tätigkeit, bei der Keime in normalerweise keimfreie Körperbereiche gelangen
könnten. Dazu zählen Verbandwechsel, Umgang mit Kathetern und Zugängen,
Absaugen und das Richten von Injektionen. Auslöser für Moment 2. - Basishygiene
- Andere Bezeichnung für Standardhygiene.
- Clostridioides difficile
- Sporenbildendes Darmbakterium, häufiger Erreger antibiotikaassoziierter
Durchfälle. Die Sporen werden von Alkohol nicht erfasst; erforderlich ist erst das
Waschen, dann die Desinfektion. - Eintrittspforte
- Fünftes Glied der Infektionskette: die Stelle, an der ein Erreger in den
Körper gelangt, etwa Wunde, Katheter, Schleimhaut oder rissige Haut. - Empfänglicher Wirt
- Sechstes Glied der Infektionskette: ein Mensch, dessen Abwehrlage geschwächt ist,
etwa durch Krankheit, hohes Alter, Mangelernährung oder Medikamente. - Erreger
- Erstes Glied der Infektionskette: Bakterien, Viren oder Pilze, die eine Infektion
auslösen können. - Feuchtarbeit
- Arbeitsschutzbegriff der TRGS 401. Erfasst unter anderem regelmäßigen
Flüssigkeitskontakt von mehr als zwei Stunden pro Arbeitstag, mindestens 15-maliges
Händewaschen pro Arbeitstag oder häufiges Tragen flüssigkeitsdichter
Handschuhe. Auslöser für Hautschutzplan und arbeitsmedizinische Vorsorge. - HAI (healthcare-associated infection)
- Internationale Bezeichnung für versorgungsassoziierte Infektionen. Weiter gefasst
als der ältere Begriff „nosokomial“, weil ausdrücklich auch
Pflegeheim, Dialyse und ambulante Versorgung eingeschlossen sind. - HAND-KISS
- Modul des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems (KISS), das den Verbrauch an
Händedesinfektionsmittel erfasst, angegeben in Millilitern pro Patiententag. - Hautschutzplan
- Vom Arbeitgeber zu erstellende Übersicht darüber, welche Hautschutz-,
Reinigungs- und Pflegemittel vor, während und nach der Arbeit zu verwenden sind.
Ergibt sich aus der TRGS 401. - Hygieneplan
- Verbindliche hausinterne Festlegung aller Hygienemaßnahmen: Präparate,
Einwirkzeiten, Indikationen, Schutzausrüstung, Zuständigkeiten. Rechtsgrundlage
ist § 23 IfSG. - Infektionskette
- Modell aus sechs Gliedern, die ineinandergreifen müssen, damit eine Infektion
entsteht. Fällt ein Glied weg, findet keine Übertragung statt. - Infektionsquelle
- Zweites Glied der Infektionskette: der Ort, an dem der Erreger sitzt, etwa ein Mensch,
eine Fläche oder ein Instrument. - Kontaktübertragung
- Übertragung durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch oder indirekt über
Hände, Flächen und Gegenstände. In der Pflege der mit Abstand
häufigste Weg. - KRINKO
- Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert
Koch-Institut. Ihre Empfehlungen bilden den fachlichen Maßstab, der nach
§ 23 IfSG zu berücksichtigen ist. - Nagelfalz
- Der schmale Spalt zwischen Nagel und umgebender Haut. Feucht, geschlossen und schwer
zugänglich, deshalb ein Keimreservoir und eine der vier klassischen Schwachstellen. - Norovirus
- Häufiger Erreger von Magen-Darm-Infektionen. Unbehülltes Virus, gegen das
viele Standard-Desinfektionsmittel nicht ausreichend wirken. Erforderlich sind Waschen und
ein als viruzid ausgewiesenes Präparat. - Nosokomiale Infektion
- Infektion, die im Zusammenhang mit der medizinischen oder pflegerischen Versorgung
entsteht und bei der Aufnahme weder vorhanden noch in der Anbahnung war. - Okklusion
- Luftdichter Abschluss der Haut, etwa unter Handschuhen. Schweiß kann nicht
verdunsten, die Hornschicht quillt auf, die Barrierefunktion leidet und die Keimzahl
steigt. - Punktprävalenzerhebung (PPS)
- Erhebung, bei der an einem einzigen Stichtag gezählt wird, wie viele Patienten
gerade eine Infektion haben. Liefert einen Momentwert, keine Jahresfallzahl. - Spore
- Widerstandsfähige Dauerform mancher Bakterien. Stoffwechselinaktiv und
wasserarm, dadurch für Alkohol praktisch unangreifbar. Entfernung nur mechanisch
durch Waschen. - Standardhygiene
- Grundmaßnahmen, die bei allen Menschen gelten, immer und unabhängig von der
Diagnose. Umfasst Händehygiene, Schutzausrüstung, Flächendesinfektion,
sichere Entsorgung und Aufbereitung. - Surrogatparameter
- Hilfsmaß, das eine schwer messbare Größe annäherungsweise
abbildet. Beispiel: der Verbrauch an Händedesinfektionsmittel als indirektes Maß
für Händehygiene. - Tröpfchenübertragung
- Übertragung durch größere Tröpfchen beim Husten, Niesen oder
Sprechen. Diese sinken nach kurzer Strecke zu Boden. - TRBA 250
- Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen. Regelt unter
anderem Schutzhandschuhe, deren Wechsel und die Schmuckfreiheit an Händen und
Unterarmen. - TRGS 401
- Technische Regel für Gefahrstoffe zur Gefährdung durch Hautkontakt. Definiert
Feuchtarbeit und fordert Gefährdungsbeurteilung, Hautschutzplan und Unterweisung. - Übertragungsweg
- Viertes Glied der Infektionskette: der Weg, auf dem der Erreger von A nach B gelangt.
In der Pflege fast immer die Hände. Das schwächste Glied und damit der
größte Hebel der Händehygiene.